Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Blogbeitrag schreiben soll. Zu sehr polarisiert die Diskussion um den Bitcoin und um andere Kryptowährungen. Die einen sind hundertprozentige Verfechter von Bitcoin, Ether, Ripple, Dodgecoin oder wie sie alle heißen. Die anderen halten das für den größten Schwachsinn, seit der Tulpenmanie.

Dennoch werde ich häufig gefragt, was ich davon halte und scheue mich dann auch nicht, meine Meinung kundzutun.

Und genau das möchte ich hier tun, lediglich meine ganz persönliche Meinung äußern. Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass das, was ich hier schreibe die absolute Wahrheit ist, es ist meine Meinung und ich lade Sie ein, darüber nachzudenken.

Im Gegensatz zu Investitionen in Aktien an der Börse fehlt bei Bitcoin, die langfristige wissenschaftliche Betrachtung. Während zig Nobelpreise über Risiken und Chancen in Bezug auf Aktien vergeben wurden, ist mir keine seriöse wissenschaftliche Arbeit zum Bitcoin bekannt.

Stromverbrauch

Viel ist zum Stromverbrauch geschrieben worden.

Ganz nüchtern betrachtet sind 144TWh Stunden schon eine Hausnummer und höher als der gesamte Stromverbrauch der Niederlande, einem Industrieland mit mehr als 17Mio Einwohnern. Die Hälfte des Stromverbrauchs ganz Englands und mehr als ein Viertel des von Deutschlands. Und wir reden hier nur vom Bitcoin nicht von Ether, nicht von Ripple und Co.

Fast reflexartig kommen dann von Krypto-Jüngern Gegenargumente wie:
Die gesamte weltweite Bankeninfrastruktur benötige ein Vielfaches.

Ja das stimmt!

Aber bitte, das kann man doch überhaupt nicht vergleichen.
Banken wickeln den weltweiten Zahlungsverkehr ab, versorgen über Bankautomaten die Gesellschaft mit Bargeld, halten die Börsen und damit auch die Wirtschaft am Laufen.

Dagegen ist Bitcoin nicht einmal ein Nischenprodukt.

Was mich an der Stelle stört ist, dass Kryptowährungen ihren Strom für „sinnlose“ Rechenoperationen verbrauchen. Ständig schwieriger werdende Kryptographie Operationen, um den nächsten Block zu schürfen.

Mir ist der Sinn darin sehr wohl bewusst, sie dienen durch den „Proof-of-Work“ sicherzustellen, dass der nächste Block validiert wird, aber der Preis ist einfach zu hoch.

In den Zeiten von Fridays-for-Future und dem Klimawandel, müssen wir versuchen weniger CO2 in die Umwelt zu blasen, nicht mehr.

Volatilität

Währungen sind ein Tauschmittel. Sie dienen dazu verlässliche Preise für Lebensmittel und andere Güter festzulegen und diese möglichst stabil zu halten, damit man verlässlich morgen noch ungefähr denselben Preis für seine Brötchen bezahlt wie heute.

Besonders wichtig ist diese Stabilität bei großen Abständen zwischen Leistung und Bezahlung. Je größer der Abstand oder das Zahlungsziel desto wichtiger.

Währungen sind einem ständigen Verfall ausgesetzt, man nennt dies Inflation.

Diese muss so gering wie möglich sein. In Deutschland liegt sie im Schnitt bei 2,5%.

Unternehmen, die auf eine stabile Währung angewiesen sind, um ihre Produktion aufrecht erhalten zu können, sichern sich dies über Optionsscheine ab, quasi eine Versicherung gegen Schwankungen.

Je höher die erwarteten Schwankungen, desto teurer diese Versicherung.

Wenn die Inflation aus dem Ruder läuft und zur Hyperinflation wird, wird das tägliche Leben zum Problem.

Wie das aussieht, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen, da kostete ein Brot schonmal 105 Milliarden Mark.

Was hat das jetzt mit Bitcon und Co. zu tun?
Schauen wir uns den Chart an:
Kurseinbrüche von mehreren 10% sind dort absolut gang und gäbe aber auch enorme Preissteigerungen.

Es kann also sein, dass man für den Wert seines Bitcoin Bestandes am Anfang des Jahres noch einen Ferrari kaufen konnte, am Ende aber nur noch einen Fiat Punto.

Für eine Währung vollkommen ungeeignet.

Langsame und teure Transaktionen

Um Bitcoins handeln zu können, müssen immer wieder neue Blöcke an die Blockchain „angehängt“ werden.

Derjenige, der diese neuen Blocks generiert erhält dafür eine Vergütung in Form von Bitcoins (bzw. Bruchstücke davon).

Da Bitcoins eine definierte Obermenge von 21 Millionen Stück haben, wird es exponentiell schwieriger werden neue Blöcke zu generieren.

Oder anders: Mit zunehmender Zeit wird der Stromverbrauch und generell der Aufwand einen neuen Block an die Kette zu hängen höher und damit teurer. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum China Mining Farmen dicht machen lässt.

In gleichem Zuge wird das Schürfen uninteressanter, weil weniger lukrativ und somit, muss für die Schürfer eine alternative Einnahmequelle geschaffen werden.

Ob dies hohe Transaktionskosten sind oder ob die Kette dann komplett zum Stillstand kommt und der Bitcoin damit quasi wertlos ist, kann man heute nur spekulieren.

Auf jeden Fall wird jede Transaktion immer langsamer werden.

Wundersame Verdopplung

Haben Sie schon einmal von Bitcoin Cash oder Bitcoin Gold gehört?

Die Bitcoin Entwicklergemeinde ist sich der Probleme der Technologie durchaus bewusst. Allein bei den Lösungen sind sie sich nicht einig.

So entstanden über die Zeit verschiedene Ideen, den Bitcoin zukunftssicherer zu machen.

Bitcoin Cash und Bitcoin Gold sind die Kryptowährungen, die 2017 durch einen sogenannten Hard Fork aus dem Bitcoin hervorgegangen sind. Dabei wurde der Softwarestand kopiert, getrennt und dann nach eigenen Vorstellungen der Gruppen verändert, die bei der Basiswährung keine Mehrheit fanden.

Aus einem Bitcoin wurde ein Bitcoin plus ein Bitcoin Cash.

Das heißt aus ein mach zwei.
Bisher kannte ich wundersame Vermehrung nur aus der Bibel, aber hey, der Krypto macht es möglich.

Bitcoin Cash und Bitcoin Gold haben sich bei weitem nicht so entwickelt, wie ihre Mutterwährung, aber dafür, dass jeder Bitcoin Besitzer die quasi geschenkt bekam ….

Fehlende Wertschöpfung

Ebenso konträr wird das Thema Wertschöpfung diskutiert und ich höre schon die Unkenrufe: „Aber Fiatgeld hat auch keinen Wert“.

Fiatgeld ist Geld, das keinen intrinsischen Wert hat, das heißt, plakativ ausgedrückt ist Fiatgeld einfach nur bunte Zettel (mit Sicherheitsmerkmalen).

Das war nicht immer so, früher war Geld durch andere Werte z. B. Gold gedeckt und somit gesichert.

Heute ist das in der Tat nicht mehr so, allerdings garantiert der Staat für den Wert des Geldes und somit mit seiner gesamten Wirtschaftskraft.

D. h. ein Euro ist ein Teil der gesamten Wirtschaftskraft der Euro-Zone.

Der Bitcoin hat nichts dergleichen zu bieten. Ihn mit Gold zu vergleichen ist lächerlich. Wie wir oben gesehen haben, kann man Bitcoins problemlos verdoppeln. Die Menge an Gold ist aber in der Tat endlich.

Außerdem kann man ja auch zig andere Kryptowährungen generieren und die Auswahl ist ja in der Tat schier endlos.

Auf Gold trifft das alles nicht zu.

Geldwäsche und staatliche Kontrolle

Kommen wir zu dem für mich plausibelsten Grund, warum ich nicht in Bitcoin investiere, bzw. investiert bin.

Glauben Sie wirklich, dass Staaten sich das Münzmonopol wegnehmen lassen?

Sie werden alles tun, um weiterhin die Kontrolle über Geld und Geldmenge zu behalten.

China prescht da gerade vor, andere werden folgen.

Mal abgesehen von den rechtlichen- und Strafverfolgungsauswirkungen bei Geldwäsche und Schwarzgeld, kann und wird eine Regierung hier Maßnahmen ergreifen, um das zu beenden, sollte es zu einer Gefahr werden.

Sie wird Mittel und Wege finden das zu beenden und damit wird von heute auf Morgen der Bitcoin wertlos und Geschichte sein.

Die Geschichte ist voll von solchen staatlichen Maßnahmen, von Währungsreform über Goldverbot zu Lastenausgleichen.

Wann dies passiert?

Keine Ahnung, ich bin aber sehr sicher der Meinung, dass es passieren wird.

Unseriöse Geschäftsmodelle rund um den Bitcoin und Co.

Auf einem Seminar in der Schweiz hat mir eine Rentnerin ganz stolz erzählt, dass sie sich ihre gesamte Rente ausbezahlen ließ und nun in Krypto (in dem Fall OneCoin) investiert habe, sie hätte es auf einem Seminar als absolut sicher angepriesen bekommen.

OneCoin ist inzwischen als Schneeballsystem enttarnt und wertlos.

Was aus der Rentnerin wurde? Ich weiß es nicht. Ich habe sie seitdem nicht mehr wiedergesehen.

Warum benötigt jeder Finanzberater eine Lizenz, eine diesbezügliche Ausbildung, einen Sachkundenachweis, Nachweis regelmäßiger Weiterbildung und eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung aber solch unseriöse Seminaranbieter nichts?

Sie ruinieren damit Leben!

Täglich erreichen mich Zig Spam Mails zu Bitcoin Investitionen und unseriösen Geldanlagen.
Ich kann nur eindringlich davor warnen.

Wo Bitcoins sichern?

Und dann wäre da noch das Problem der Aufbewahrung.

Wie oft habe ich gelesen, dass Leute ihr Passwort zu ihrem Wallet vergessen haben oder das Wallet auf der Festplatte eines alten Rechners gespeichert wurde, der inzwischen im Müll ist.

Nachdem das alles Bits und Bytes sind, gilt auch hierfür: Datensicherung!
Wenn man eine Reihe digitaler Urlaubsbilder verliert, ist das vielleicht ärgerlich, aber verkraftbar. Geld, respektive Vermögenswerte, bedarf einer besseren Absicherung.

Man könnte es auch zentral bei Anbietern hinterlegen. Sind diese Anbieter aber seriös?

Über Banken kann man ja sagen und denken, was man will, sie sind jedoch staatlich kontrolliert und der Anleger genießt eine gewisse Sicherheit.

Krypto Börsen sind nicht reguliert, aber genau darin liegt ja auch der Reiz.

Im Ergebnis wird hier betrogen und Geld geht verloren, wie z. B. beim Mt. Gox Skandal.

Fazit

Mit Kryptowährungen konnte man reich werden. Vielleicht kann man auch jetzt noch den ein oder anderen Spekulationsgewinn einfahren – Niemand kann das voraussagen.

Man konnte und kann aber auch sehr viel Geld verlieren.

Bitcoin, Ether, Ripple und Co. sind Instrumente, die relativ neu sind und keine Jahrzehntelange wissenschaftliche Forschung darüber möglich ist und es werden immer wieder neue kreiert.

Ich verlasse mich bei meinen Anlagen auf jahrzehntelange Forschung und breite Diversifikation. Die Chance damit über Nacht das Vermögen zu verdoppeln ist Null, es zu halbieren oder gar ganz zu verlieren aber auch.

Lieber 8 bis 12% p. a. langfristig sicher, der Zinseszinseffekt, wie hier beschrieben, macht den Rest.

Das lässt mich und unsere Kunden und Kundinnen besser schlafen.

Außerdem ist Vermögensmanagement mehr als nur die reine Geldanlage:

Vermögensmanagement ist Lebensmanagement.
Das ist das Hauptziel unserer Arbeit, unserer Unternehmung. Dafür stehen wir jeden Morgen auf.

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Wir freuen uns auf Sie!

Risikohinweis:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung darstellen, sondern eine Momentaufnahme der Finanzmärkte ist, bzw. zum Nachdenken anregen sollen. Wir empfehlen grundsätzlich vor jeder Entscheidung die Beratung durch einen unabhängigen Vermögensverwalter oder sprechen Sie uns gerne an.