Können Sie sich noch daran erinnern, als der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm 1986 sagte: die Rente ist sicher!

Was damals schon absehbar nicht stimmte, gilt für heute umso mehr.
Außerdem ist die Frage: Für wen ist die Rente sicher und ab welchem Alter?
Nicht zuletzt ist das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 angehoben worden und es wird gerade diskutiert, ob es auf 68 angehoben wird.

Das ist die Falsche Richtung, wenn man die Rente mit 60 anstrebt.

Ein paar Fakten

Lassen Sie uns gemeinsam einige Fakten beleuchten.

Hätten wir eine Bevölkerungspyramide wie im Jahr 1950 wären 8% der Bevölkerung über 67 Jahre alt, also Rentner, die von der arbeitenden Bevölkerung über das Umlageverfahren versorgt werden müssen.

Bevölkerungspyramide 1950
Bevölkerungspyramide 1950

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Schaut man sich die gleiche Pyramide im Jahr 2021 an, können wir feststellen, dass der Anteil, der über 67-Jährigen inzwischen von 8% auf 20% gestiegen ist, was unschwer zu erkennen ist, dass jeder Fünfte in der Bevölkerung Rentner ist und mit der Zeit mehr Menschen aus dem Rentensystem versorgt werden müssen, was für die arbeitende Bevölkerung immer schwieriger wird, die Finanzierung allein durch Abgaben zu stemmen.

Bevölkerungspyramide 2021
Bevölkerungspyramide 2021

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Die Regierung hat das Problem vor Jahren bereits erkannt:
Die Versorgung und Finanzierung der Rentner über das Umlageverfahren ist auf Dauer so nicht mehr haltbar und kann unverändert so nicht weiter bestehen. Um das Problem zu lösen, hat sie seit 2012 das Renteneintrittsalter auf 67 Jahren angehoben und gleichzeitig das Rentenniveau schrittweise gesenkt, sodass es heute bei rund 48% liegt. Lt. Prognose sinkt es weiter, sodass im Jahr 2030 die Rente bei prognostizierten 44,3% liegen wird.

Rentenniveau

(Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Vorsicht: Steuern!

Davor hat die Bundesregierung die private Altersvorsorge gefördert, aber auch schleichend die Besteuerung der Rente eingeführt.

Ob nun Riester und Rürup sinnvolle Anlagen sind, würde an dieser Stelle zu weit führen.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, folgen Sie gerne diesem Link zu einem Video, indem ich mich mit einer Steuerberaterin dazu unterhalten habe:

IST RIESTER TEUFELSZEUG? – Auf was gilt es zu achten!
VIDEOS Interviews zu Geld, Börse, Vermögensbildung, Money Mindset: IST RIESTER TEUFELSZEUG?

Lebensstandard halten – auch in der Rente

Die Versicherungsbranche empfiehlt, dass Sie, inflationsbereinigt, 80% von Ihrem letzten Nettogehalt monatlich zur Verfügung haben sollten, wenn Sie Ihren Lebensstandard, nachhaltig sichern möchten. Inwieweit das für Sie zutrifft, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Seien Sie aber bitte ehrlich zu sich selbst.

Dies bedeutet, dass Sie selbst die Lücke schließen müssen, wenn sie im Alter keine Geldsorgen haben möchten oder vor die Wahl gestellt werden, ob sie in den Urlaub fahren können, weil dies keine lebensnotwendige Ausgabe ist, die Sie zuerst abdecken müssen.

Dass das Problem noch nicht gelöst ist und die Lücke, die zu schließen gilt, mit den Jahren immer größer wird, zeigt die kürzlich ausgesprochene Empfehlung der Regierungsberater, die Rente auf 68 anzuheben, um das Problem des Umlageverfahren in Verbindung mit der alternden Bevölkerung bei gleichzeitig niedriger Geburtenrate weiter zu kompensieren.

Was bedeutet das für Sie und Ihren Lebensstandard oder auf Neudeutsch, Lifestyle?

Lt. einer Studie der Postbank legen drei von vier Deutschen (74%) regelmäßig ihr Geld zurück. Auf das Ersparte gibt es kaum noch Zinsen – trotzdem tragen die Deutschen weiterhin fleißig ihr Geld zur Bank. Trotz 0,1% Rendite auf das Tagesgeld oder sogar Strafgebühren von 0,45% auf das Einlagekapital, bleibt der Sparwille der Deutschen ungebrochen.

Deutschland ist Sparweltmeister, so sagt man.

Das Mindeste, wofür Sie sorgen sollten, ist, dass Ihre Kapitalrendite die Inflationsrate von 2,5% erbringt, um die Inflation zu kompensieren und somit wenigstens die Kaufkraft zu erhalten?

Nähere Infos dazu: NEGATIVZINSEN

Meine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Kunden hat gezeigt, dass Menschen unter 35 sich noch keine Gedanken oder Sorgen um ihre Rente machen, weil sie sich noch jung und sich fit fühlen. Ab Anfang 40 merken sie, dass ihre Arbeit sie noch mehr stresst und der Wunsch nach frühzeitiger Rente fängt an zu wachsen.

Doch je später man anfängt, desto höher muss der Beitrag und / oder der Zins sein.
„Zeit schlägt Zins“ besagt ein Sprichwort und beschreibt den mathematischen Effekt des Zinseszinses.

Gehören auch Sie dazu?

Möchten auch Sie finanziell sorgenfrei sein, wenn Sie in Rente gehen?
Wissen Sie überhaupt, wo Sie aktuell finanziell stehen?

Rente mit 60 – Ist das möglich?

Idealerweise mit 60 Jahren oder noch früher finanziell frei sein, damit Sie die Option haben, ob Sie für Geld arbeiten möchten oder es sein lassen können. Sich z. B. in soziale Herzensprojekte einbringen, für längere Zeit auf Reisen gehen oder sich in Themen ausprobieren, wofür Sie nur gering oder gar nicht bezahlt werden. Das spielt dann keine Rolle mehr für Sie, denn Sie haben genug vorgesorgt.

Sie können dann einfach Ihrer Leidenschaft nachgehen, mit der Sie Ihre Fußspuren für die Nachwelt hinterlassen.

Mit 60 in Rente gehen wollen bedeutet jedoch auch, dass Sie vor dem 63. Lebensjahr noch keine Rente vom Vater Staat erhalten. Ab dem 63. Lebensjahr könnten Sie zwar die Rente beantragen, was aber mit Rentenkürzungen einhergeht.

Was ebenfalls zu beachten ist, dass Ihnen 7 Jahre Einzahlung in die Rentenkasse bis zum gesetzlichen Rentenbeginn, fehlen. Dies wiederum schmälert Ihre Altersrente. Hinzu kommt, dass Ihnen 7 Jahre Zinseszinseffekt zur Kapitalbildung fehlen, wenn Sie vorher Kapitalverzehr betreiben wollen, wenn kein Einkommen mehr durch Arbeit erzielt wird.

Mit 60 in Rente gehen, bedeutet an dieser Stelle kalkulatorisch 14 Jahre negative Effekte kompensieren zu müssen, nicht nur 7.

Aber ja, es ist möglich und generell gilt, je früher man damit anfängt, desto wahrscheinlicher wird aus Wunsch Wirklichkeit.

Klarheit über Ihre Finanzen

Der allererste Schritt hierzu ist die Erlangung von Klarheit über Ihre Finanzen. Nur wenn Sie wissen, wieviel Geld Sie ausgeben und einnehmen, wie sich die Inflation und die aktuellen Anlagen kalkulatorisch entwickeln und auf Ihr Vermögen auswirken, nur dann können Sie fundierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen.

Eine sichere und fundierte Finanzplanung wird bis zum 100. Lebensjahr erstellt, d. h., wenn man mit 60 Jahren in Rente gehen möchte oder aufhören will für Geld zu arbeiten, muss Ihr, dann vorhandenes Kapital, 40 Jahre sicher reichen, um Ihren Lebensstandard zu halten. Dies bedeutet, dass sie eine sichere und nachhaltige Kapitalrendite benötigen, um entspannt in Rente gehen zu können. Spekulative Geldanlagen, die eine hohe Totalverlustwahrscheinlichkeit haben, sind daher zu vermeiden.

Die Anlagen müssen zu Ihnen passen, wie ein Maßanzug – „One fits all“ ist keine gute Idee.

Lesen sie hier im ersten Punkt mehr über Finanzplanung:
LEISTUNGEN Unsere Leistungen für Sie und Ihr Vermögen

Vermögensmanagement ist Lebensmanagement.
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Risikohinweis:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung darstellen, sondern eine Momentaufnahme der Finanzmärkte ist, bzw. zum Nachdenken anregen sollen. Wir empfehlen grundsätzlich vor jeder Entscheidung die Beratung durch einen unabhängigen Vermögensverwalter oder sprechen Sie uns gerne an.