Wer kennt sie nicht, die alte „Börsenweisheit:
„Sell in May and go away, but remember, be back in September!“

Sie bezieht sich darauf, dass in den Sommermonaten am Aktienmarkt weniger Rendite oder gar negative Renditen erwirtschaftet werden, bzw. am Jahresende und -anfang mehr Rendite winkt.

Aber ist das so?

Wikipedia schreibt dazu:

Der Sell-in-May-Effekt bezeichnet das Phänomen überdurchschnittlich hoher Kapitalmarktrenditen in den Monaten Oktober bis April. Die zeitliche Einordnung kann jedoch leicht abweichen. Beim Sell-in-May Effekt handelt es sich um eine Kapitalmarktanomalie.

Eine Internationale Untersuchung bestätigt die Existenz des Wintereffekts auf den Kapitalmärkten zahlreicher Länder. Mit Ausnahme von Neuseeland konnten in allen 37 Ländern überdurchschnittliche Renditen in den Wintermonaten erzielt werden. Untersucht wurden (soweit vorhanden) Kapitalmarktdaten von 1970 bis 1988.[4]

Wikipedia

Markettiming

Wenn das wirklich stimmen würde, wäre das ja der Beweis, dafür, dass Markettiming doch, zumindest in rudimentärer Form funktionieren würde.

Schauen wir uns die Fakten an und beginnen, mit dem Zeitraum (1970 bis 1988), der auch in Wikipedia genannt ist.

Als Datengrundlage wählen wir wieder, wie hier, den S&P 500 d. h. den Index, der die 500 größten börsennotierten US Unternehmen abbildet.

Der S&P 500, weil hier der längste historische Zeitraum zur Betrachtung vorhanden ist und die USA seit jeher und immer noch, den weitaus größten Share des weltweiten Aktienmarktes einnimmt.

Orange ist die Sell- und Blau, nennen wir sie mal, die Stay-Strategie.

Wohlwollend betrachtet, ist noch bis 1982 der Verlauf nahezu identisch, bzw. einmal die Sell- und einmal die Stay-Strategie besser. Danach aber die Stay-Strategie.

Erweitern wir den Betrachtungszeitraum bis heute, wird es deutlicher:

Sell in May vs. Stay in May (1970-2021)

Die Sell-in-May Strategie verliert deutlich gegenüber der Stay-in-May Strategie.

Schauen wir uns das Ganze noch langfristiger an, wird klar, dass nichts dran ist an der Theorie:

Sell in May vs. Stay in May (1926-2021)

Je größer die Stichprobe, desto signifikanter das Ergebnis.

Fazit

Wieder einmal muss man festhalten, dass Markettiming nicht funktioniert. Crash oder schlechte Börsenphasen sind nicht vorherzusagen. Erst recht nicht mit einem so starren Modell, wie obiger „Bauernregel“.

Ist Ihr Portfolio robust konstruiert, gibt es keinen Grund bei schwächeren Börsenphasen oder gar Crashs die Nerven zu verlieren.

Hören Sie nicht auf Marketingparolen, Börsengurus oder Crashpropheten. Sie könnten dies genauso gut „auspendeln“ oder Ihre Börsenstrategie am Horoskop ausrichten.

So wie niemand das Wetter beeinflussen kann, so kann man sich doch entsprechend kleiden.
Gleiches gilt für die Konstruktion Ihres Portfolios.

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Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung darstellen, sondern eine Momentaufnahme der Finanzmärkte ist, bzw. zum Nachdenken anregen sollen. Wir empfehlen grundsätzlich vor jeder Entscheidung die Beratung durch einen unabhängigen Vermögensverwalter oder sprechen Sie uns gerne an.